Sicherheit und Meer
Wie LANXESS Produkte den Witterungen trotzen
Die Anforderungen an die Technik sind auf hoher See enorm, denn die Schiffe müssen den Elementen Luft und Wasser trotzen. Eine Panne kann zum Totalverlust eines Schiffs mitsamt seiner Fracht führen. Das kostet viel Geld und schlimmstenfalls sogar Menschenleben. Eine moderne technische Ausstattung ist daher Pflicht, wozu auch diverse Produkte von LANXESS beitragen. Therban® zum Beispiel kann die Lebenserwartung von Schiffskupplungen erhöhen. Der hydrierte Nitrilkautschuk (HNBR) von Technical Rubber Products (TRP) hält Hitze, Öldampf und Ozonbelastung unter Deck viel länger stand als Naturkautschuk. TRP-Kautschukexperte Martin Mezger betont: „Die Motoren, die Ozeandampfer wie auch kleinere Yachten heute antreiben, erbringen in mehrfacher Hinsicht Spitzenleistungen. Sie müssen mit wenig, aber schwierig zu verbrennendem Treibstoff über lange Strecken hinweg laufen. Dies führt zu Vibrationen an der Antriebswelle.“ Diese können bei einem ungedämpften System zu Schäden führen. Daher wird zwischen Motor und Antriebswelle eine Kupplung eingebaut, deren Gummi-Innenleben die Schwingungen dämpft.
Für Farbe an Bord sorgen die Business Units Inorganic Pigments (IPG) und Functional Chemicals (FCC). Die IPG-Eisenoxide mit dem Handelsnamen Bayferrox® werden von den führenden Lackherstellern weltweit für die Pigmentierung von Farben für den Marine- und Offshore-Bereich eingesetzt. Diese finden beispielsweise Verwendung für die Beschichtung von Yachten, Schiffe und Ölplattformen. FCC stellt aus organischen und anorganischen Pigmenten, unter anderem aus Eisenoxiden, Pigmentzubereitungen her. Diese gehen in Schutzlacke und Innenanstriche. Zudem lassen sich Kunststoffteile vom Scheinwerfer bis zum Motorgehäuse mit Macrolex® in den gewünschten Nuancen einfärben. Semi-Crystalline Products (SCP) liefert mit den Hightech-Kunststoffen Durethan® und Pocan® Produkte, die unter anderem für Abdeckungen für Schiffsmotoren, Griffe, Klemmen und Elektronik-Bauteile genutzt werden. Bei Fähren kommen auf dem glatten Stahlboden Beschichtungen mit Addolink®-Zusätzen von Rhein-Chemie (RCH) zum Einsatz. Als so genannte Vernetzer sorgen sie dafür, dass die Autos auffahren können. Zudem lassen sich Lade- und Maschinenräume sowie Unterdecks durch die Additive von RCH vor Verschleiß und Korrosion, also der Zerstörung durch Einwirkungen anderer Stoffe, schützen.
Das Umfeld auf den Weltmeeren verlangt den Materialien einiges ab: Salzwasser, raue Winde und eine hohe Luftfeuchtigkeit beschleunigen zum Beispiel die Rostbildung. Gegen die Verwitterung helfen auch Basischemikalien von LANXESS. Monoisopropanolamin und Cyclohexylamin von Basic Chemicals können als Vorprodukte in Hemmstoffe gehen, die den Korrosions-Prozess hinauszögern. Hilfreich sind auch die Preventol®-Produkte von Material Protection Products, die in Antifouling-Anstriche fließen. Sie verhindern bei Segelyachten, Motorbooten oder auch Lastschiffen die Bildung von Algen. Denn am Kiel zum Beispiel wirken sich diese äußerst negativ auf Fahrgeschwindigkeit und Treibstoffverbrauch aus. Beim Festmachen der Schiffe im Hafen schützt sie ein so genannter Dockfender aus dem Ethylen-Propylen-Kautschuk Buna® EP: Als Puffer schiebt er sich beim Anlegen zwischen Schiff und Kaimauer. Dort sorgen leistungsstarke Taue für einen sicheren Halt der Ozeanriesen. Dabei stehen Kunststoff-Produkte aus Monofilamenten ihren stählernen Vettern in nichts nach. Kunststoff-Taue der Marke Atlas® werden von der Perlon-Monofil GmbH hergestellt, einem LANXESS Tochterunternehmen, das organisatorisch zu SCP gehört.
Gerade in der Tiefe des Meeres stellen die Militärs, für die die Schifffahrt ebenfalls von großer Bedeutung ist, besondere Ansprüche an die Materialien: Sie müssen zuverlässig und für den Ernstfall, zum Beispiel einen Brand, gewappnet sein. Bei der Isolation von U-Boot-Außenbordkabeln vertraut der Kabelhersteller Leoni daher auf einen Hochleistungskautschuk von LANXESS: Ein neuartiges Verbundmaterial aus Therban® und Levapren® entwickelt bei einem Brand fast kein Rauchgas und bildet kaum Giftstoffe. Beides ist extrem wichtig für die Funktionsfähigkeit der stählernen Taucher. Aber auch auf dem Wasser geht nichts ohne Brandschutz. Die Fluten der Ozeane nützen nichts, wenn es in den Kabinen oder den Motorräumen lodert. Daher ummantelt zum Beispiel ein Levapren®-Typ die elektrischen Leitungen auf Schiffen. Außerdem hat Functional Chemicals diverse Brandschutz-Produkte im Portfolio. Mit dem Polyurethan-System Bayfomox® lassen sich Formteile wie Kabelschotts herstellen, die die Ausbreitung von Feuer oder Rauch verhindern - zumindest für die gesetzlich vorgeschriebene Zeit von bis zu 90 Minuten (je nach Bauweise). Und die edlen Sitzleder der Luxusyachten werden bei einem Brand von Disflamoll® geschützt. Das Flammschutzmittel steckt außerdem in aufblasbaren Rettungsinseln, Löschwasserbehältern, im Fußboden und in Schlauchbooten. Für letztere werden übrigens auch Haftvermittler und Weichmacher von FCC verwendet, wobei der Weichmacher Mesamoll® zum Beispiel die Lebensdauer der aufblasbaren Boote erhöht.
